Home » Versicherungsrecht

Versicherungsrecht

Das Versicherungsrecht umfasst sämtliche Regelungen rund um Versicherungen aller Art. Mittlerweile lassen sich sämtliche denkbaren Risiken und Schadensfälle von der Versicherungswirtschaft absichern.

Deshalb sind verbindliche Vorschriften notwendig, die die Art und Weise der Verträge, Kündigungsfristen, oder auch Themen, wie den Rücktritt von einer Police und die Beteiligung an den Gewinnen regeln. Alle Rechte und Pflichten der Versicherungsnehmer einerseits und der Unternehmen auf der anderen Seite sind in den unterschiedlichen Festlegungen zum Versicherungsrecht erfasst.

Dabei gibt es für jede Art der Versicherung extra geregelte Ausführungen. Deshalb ist das gesamte Versicherungsrecht lediglich für Experten vollständig durchschaubar.

Der Versicherungsvertrag

Jede Versicherung basiert auf einem Versicherungsvertrag, in dem das Zustandekommen eines Kontakts zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer dokumentiert ist. Den notwendigen juristischen Rahmen stellt das so genannte Versicherungsvertragsgesetz, als ein Teil des Versicherungsrechts zur Verfügung.

Eine weitreichende Reform des Versicherungsvertragsgesetzes, das im Wesentlichen aus dem Jahre 1908 stammte, trat am 01.01.2008 in Kraft. Allerdings sind von diesen Änderungen erst einmal nur bereits bestehende Verträge betroffen, für neue Versicherungspolicen gelten diese Bestimmungen erst ein Jahr später.

Ziel der verbesserten Passagen des alten Versicherungsrechts ist die Stärkung der Position des Verbrauchers und die Verbesserung der Transparenz im Sinne des Versicherungsnehmers. In diesem Gesetz werden zahlreiche Bestimmungen bezüglich der Laufzeiten sowie zum Widerrufs-, Kündigungs- und Rücktrittsrecht neu geregelt. So muss der Versicherungsnehmer mit Ablauf des dritten Jahres mindestens einmal jährlich die Möglichkeit haben, die Police mit einer Frist von höchstens drei Monaten zu kündigen.

Außerdem ist darin festgelegt, dass dem Versicherungsnehmer zukünftig alle Informationen und Bedingungen eines Vertrags bereits bei der Antragstellung vorliegen müssen. Zudem wurde die Pflicht zur Beratung der Verbraucher ausgeweitet, unabhängig von der Position des Verkäufers. Des Weiteren gibt es aktuellere Regelungen der in der Vergangenheit oftmals strittig beurteilten Überschussbeteiligungen und Mindestrückkaufwerte bei Lebensversicherungen.

Folgen bei Falschangaben

Laut diesen neuen Teilen des Versicherungsrechts führen falsche Angaben des Versicherungsnehmers zukünftig nicht mehr automatisch zum Verlust sämtlicher Versicherungsleistungen. Vielmehr soll das Fehlverhalten gegen die Kürzungen aufgewogen werden. Zusätzlich ist dann zwischen Fahrlässigkeit und vorsätzlichen Pflichtverletzungen zu differenzieren. Die bisher praktizierte Regulierung von Schäden nach dem Prinzip - Alles oder Nichts - gehört mit diesen neuen Regelungen des Versicherungsrechts endgültig der Vergangenheit an. Dasselbe gilt für die Risikoprüfung, bei der Versicherungsnehmer ausschließlich über Sachverhalte Auskunft geben müssen nach denen ausdrücklich gefragt wurde. In dieser aktuellen Version des Versicherungsrechts ist weiterhin ein allgemeines Widerrufrecht von zwei Wochen für alle Abschlüsse enthalten.

Diese Neuregelungen im Versicherungsrecht stärken die Position der Verbraucher erheblich, während die Versicherungsunternehmen diese Vorschriften mehrheitlich als Zusatzbelastung empfinden.

Versicherungsrecht