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Verbraucherrecht

Ein separates Verbraucherrecht per se gibt es in der deutschen Rechtsprechung streng genommen nicht. Jedoch überschneiden sich viele andere rechtliche Verordnungen und Gesetze mit den Anliegen des Konsumenten.

Wer ist ein Verbraucher

Als Verbraucher wird ein Kunde bezeichnet, der eine Dienstleistung eines Dritten in Anspruch nimmt. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Einzelne die Dienstleistung eines Handwerkbetriebes in Anspruch nimmt oder schlicht und einfach im Supermarkt Lebensmittel einkauft. In beiden Fällen ist er in der Sichtweise der deutschen Rechtsprechung ein Verbraucher.

Das Verbraucherrecht soll den Einzelnen in der Rolle des Verbrauchers schützen. Dies wurde ins Leben gerufen, da der Kunde im Allgemeinen bezüglich seines Informationsstandes hinsichtlich der Qualität und Ausstattung sowie Herstellung der von ihm erworbenen Güter im Vergleich zum Anbieter im Nachteil ist. An dieser Stelle sei beispielsweise an aggressive Werbung seitens des Herstellers gedacht, der den Kunden an das jeweilige Konsumgut binden will, ihn jedoch nur teilweise oder unzureichend über das jeweilige Produkt informiert.

Viele Verbraucher und Verbraucherorganisationen ließen ihren Unmut über diesen Sachverhalt in den letzten Jahren laut werden, so dass sich die Rechtsprechung gezwungen sah, die Sicherheitsstandards für den einzelnen Verbraucher zu erhöhen.

Regelung über das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB)

Ein großer Teil des Verbraucherrechtes ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Hierunter fallen beispielsweise alle Verordnungen und rechtlichen Grundlagen die Haustürgeschäfte und Fernabsatzverträge betreffen.  Unter Haustürgeschäften versteht man eine Verkaufssituation, die primär von einem Dienstleister initiiert wurde mit dem Zweck, einen schnellen Vertragsabschluss mit dem Kunden zu erzielen. Hierbei sei beispielsweise an „Kaffeefahrten“ oder Vertreterbesuche gedacht.

Fernabsatzverträge sind hingehen Vertragsabschlüsse, die unter ausschließlicher Verwendung von Fernkommunikationsmitteln (beispielsweise Briefe, Telefon, E-Mails) geschlossen wurden. Beide Vertragsparteien sind also bei Vertragsabschluss nicht körperlich anwesend. In beiden genannten Fällen erfährt der Kunde von der Rechtsprechung einen besonderen Schutz, da die Vergangenheit öfter gezeigt hat, dass der Einzelne bei beiden Formen des Vertragsabschlusses oftmals lediglich eine mangelhafte Aufklärung seitens seiner Rechte und Pflichten erfahren hat und sprichwörtlich „über den Tisch gezogen“ wurde.

Im Zuge der zahlreichen Skandale in den vergangenen Jahren, hier sei beispielsweise an den „Gammelfleisch-Skandal“ gedacht, war das Verbraucherrecht zuletzt oftmals im Blickfeld der Öffentlichkeit. Man konnte jedoch anhand solcher Ausnahmefälle, wie sie der angesprochene Fleisch-Skandal darstellt, Lücken innerhalb des Verbraucherrechtes schließen. Zudem werden nun die Qualitätsstandards innerhalb des Lebensmittelsektors, als bedeutender Teil des täglichen Konsumlebens, stärker und effizienter kontrolliert, was dem Verbraucher zu Gute kommt.

Durch immer wieder neue Technologien und Produkte, die auf den Verbraucher einströmen, wird das Verbraucherrecht laut Meinung vieler Experten auch in den nächsten Jahren viele Modifikationen und Ergänzungen erfahren, um dem Einzelnen weiterhin einen angemessenen Schutz im täglichen Leben garantieren zu können.

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