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Urheberrecht

Das Urheberrecht soll das vom Ideengeber gefertigte Produkt, sei es geistiger oder materieller Natur, vor missbräuchlicher Nutzung schützen.

Erhält eine neue Bedeutung

Die körperliche Arbeit wird mit fortschreitender Technisierung immer mehr in den Hintergrund gerückt und dadurch werden Ideen, Wissen, Daten und kulturelle Produkte zu Rohstoffen mit enormer Wichtigkeit. Man spricht sogar schon vom „Öl“ des nächsten Jahrhunderts und damit bekommt das Urheberrecht eine vollkommen neue und wichtige Bedeutung.

Die ursprüngliche Fassung des Urheberrechtsgesetzes war ein Spezialgesetz, von dem vor allem Verlage, Plattenfirmen, Anwälte oder Manager von Komponisten, Drehbuchautoren, Musiker oder Buchautoren betroffen waren. Heute, in seiner neuen Fassung und mit neuem Verständnis, ist das Urheberrecht für alle ein Verhaltens- und Ordnungsrecht geworden.

An diese Form des Urheberrechts hätte vor zwanzig Jahren noch keiner gedacht. Es hatte ja auch angesichts des analogen Zeitalters kaum eine Bedeutung für den „Otto Normalverbraucher“, denn, ohne auf das Urheberrecht achten zu müssen, konnten Filme angesehen werden und bei der Nutzung von Büchern oder Schallplatten dachte keiner an das Gesetz, wozu auch. Das Wissen war in Bibliotheken, im Fernsehen oder Radio, in den eigenen Büchern und Tonträgern und vor allem in den Universitäten zu suchen und die Nutzung all dieser urheberrechtlich geschützten Dinge war ohne gesetzliche Einschränkungen möglich.

Welche Rolle das Internet beim Urheberrecht spielt

Heute ist es dank des Internets und der digitalen Revolution ohne Weiteres möglich, geschützte Werke, wie beispielsweise Musik oder Computerprogramme, ohne Qualitätsverlust zu kopieren und der ganzen Welt zugänglich zu machen. Von dieser Möglichkeit profitiert heute fast jeder und dadurch wird das Urheberrecht zu einem Gesetz, welches jeden angeht, und damit sind Probleme vorprogrammiert.

Nun gesteht das Urheberrecht dem Nutzer keinerlei Rechte zu und das macht die Sache so schwierig. Zwar werden in Sonderfällen, bei Zitaten oder Privatkopien Einschränkungen des Gesetzes gestattet, aber eine Fortentwicklung des Gesetzes zu einem ausgewogenen Informationsrecht, zur Nutzung von Informationen sowie kulturellen Werken, liegt noch in weiter Ferne. Der Gesetzgeber sieht bei einer Neuordnung des Urheberrechts in erster Linie die wirtschaftlichen Interessen der Unterhaltungsindustrie und stellt sie damit unter Schutz.

Doch dieses einseitige Verständnis führt schon wieder zu Konflikten, da das Grundgesetz vorgibt, dass zwischen privaten Interessen der Urheberrechtsinhaber und den Interessen der Allgemeinheit ein verfassungsrechtlich garantierter Ausgleich geschaffen werden muss.
Im Interesse der Allgemeinheit liegen der freie Zugang und die ungehinderte Nutzung von Informationen aus Wissenschaft, Bildung und Berichterstattung wichtiger Ereignisse und Weltgeschehen.

Äußerst kompliziert wird die Interessenlage einerseits durch die Verwertungsunternehmer und Produzenten, die einen starken und weitreichenden Schutz von Urheberrechten fordern. Das liegt auch im Interesse der Schöpfer, da die Sicherung der finanziellen Erträge und die Anerkennung gewährleistet werden sollen. Sie sind aber andererseits ebenfalls Nutzer, da ihre Arbeiten oftmals auf dem Schaffen Dritter aufbaut oder an diese an knüpfen.

Es ist eine sehr schwierige Aufgabe für die Gesetzgebung, zwischen den einzelnen Interessenvertretern eine allgemein akzeptierte Formulierung des Problems zu finden. Wenn sich nämlich eine der gesetznehmenden Gruppen benachteiligt fühlt, könnten negative soziale, gesellschaftliche und sogar wirtschaftliche Effekte zu beobachten sein.

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