Home » Strafrecht

Strafrecht

Unter dem Begriff Strafrecht sind diejenigen Gesetze und Regelungen zusammen gefasst, die angewandt werden, wenn ein Bürger schuldhaft ein Unrecht begeht und hierfür durch den Staat eine bestimmte Strafe erhält. Somit ist das Strafrecht in Deutschland ein Teil des öffentlichen Rechts und beinhaltet die Bereiche des materiellen und des formellen Strafrechts. Während das materielle Strafrecht vorrangig aus einer Beschreibung von Tatbeständen und deren jeweiligen rechtlichen Folgen besteht, definiert das formelle Strafrecht die Art und Weise, wie einzelne Verfahren und Verfahrensteile durchgeführt werden sollen.

Mit dem Prinzip der Bestrafung von Tätern sind im Deutschen Strafrecht bestimmte Intentionen verbunden. Zunächst soll mit der Bestrafung die eigentliche Tat und damit die Schuld des Täters, gesühnt werden. Weiterhin soll der Täter aktiv in die Gesellschaft zurück geführt und von der Begehung weiterer Straftaten abgehalten werden.

Der Strafvollzug dient auch der Wiedereingliederung

Hinzu kommt, dass Bürger im Allgemeinen von der Begehung von Straftaten abgeschreckt werden sollen, wobei hierdurch letztlich das Vertrauen in den Staat, in Bezug auf die Rechtskontinuität und die Durchsetzung von Rechtsmaßnahmen, gestärkt wird. Auch die Sicherung der Gesellschaft vor gefährlichen Tätern bildet einen Aspekt von Bestrafung im rechtlichen Sinne. Personen, von denen Gefahr für andere ausgeht, werden durch die Inhaftierung aktiv daran gehindert, Unrecht zum Schaden anderer zu begehen. Im Mittelpunkt des Strafvollzuges steht jedoch erklärtermaßen die Eingliederung von Tätern in die Gesellschaft.

Das Strafrecht sieht, je nach Schwere der jeweiligen Tat, Bestrafungen per Haft oder per Geldstrafe vor. Im Regelfall kann man davon ausgehen, dass kleinere Vergehen mit Geldstrafen belegt sind, während regelrechte Verbrechen unter Haftstrafe stehen. Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit wird dabei als umfassendere Sühne betrachtet, als der Verzicht auf Konsum, der mit einer Geldstrafe verbunden ist.

Ohne Gesetz keine Strafe

Mit dem Rang eines verfassungsmäßigen Rechtes gilt im Deutschen Strafrecht der Grundsatz, dass keine Strafe ohne Gesetz erfolgen darf. Dieser Rechtsgrundsatz besteht aus insgesamt vier Einzelregelungen, die innerhalb der praktischen Umsetzung von strafrechtlichen Maßnahmen zwingend berücksichtigt werden müssen. Hierbei handelt es sich um das Bestimmtheitsgebot, das Rückwirkungsverbot, das Analogieverbot und das Verbot des Gewohnheitsrechtes.

Das Bestimmtheitsgebot besagt, dass ein Bürger sich jederzeit darüber im Klaren sein kann, welche rechtlichen Folgen ein bestimmtes Verhalten nach sich zieht. Dies setzt voraus, dass Gesetze in verständlicher Weise sowohl die Tat selber, als auch ihre Rechtsfolgen beschreiben und das Gerichte in sich im Rahmen gefällter Urteile an diese Definitionen halten. Das Rückwirkungsverbot besagt, dass ein begangenes Unrecht zur Tatzeit per Gesetz als strafbar gegolten haben muss.

Eine Straftat muss einer verbotenen Handlung entsprechen

Der Täter muss Klarheit über das von ihm begangene Unrecht gehabt haben oder musste zumindest damit rechnen können, dass er eine Straftat begeht. Das Analogieverbot sichert, dass Straftaten ausschließlich dann rechtlich geahndet werden können, wenn sie exakt einer verbotenen Handlung entsprechen und nicht nur Ähnlichkeiten mit ihr aufweisen. In Bezug auf das Gewohnheitsrecht gilt, dass dieses nicht zur Begründung einer Strafe genutzt werden darf. Zur rechtskräftigen Verurteilung muss die Strafbarkeit einer Handlung immer vor ihrer Begehung gesetzlich definiert gewesen sein.

Strafrecht