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Schmerzensgeld

Schmerzensgelder in Millionenhöhe sind immer wieder Schlagzeilen wert. Allerdings handelt es sich dabei stets um Fälle aus den USA. In Deutschland betrug das höchste Schmerzensgeld, das jemals ein Gericht zugesprochen hatte bei 500 000 Euro für ein Kind, dass nach einem Autounfall querschnittgelähmt blieb und sein Sprachvermögen verlor.

Regelung der Schadensersatzpflicht

Das Schmerzensgeld wird in Deutschland im Paragraph 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt. Der regelt unter anderen die Schadensersatzpflicht, die aus sogenannten „unerlaubten Handlungen“ entsteht. Wer den Körper oder die Gesundheit, aber auch die sexuelle Selbstbestimmung, die Freiheit oder das Persönlichkeitsrecht eines anderen verletzt, sei es fahrlässig oder vorsätzlich, kann zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt werden.

Das Schmerzensgeld hat ausdrücklich sowohl eine Ausgleichsfunktion, als auch eine Genugtuungsfunktion. Das ist in so fern bemerkenswert, da es im Zivilrecht weitestgehend um Ausgleich, etwa zwischen Vertragspartnern geht. Das Schmerzensgeld geht über den reinen Schadensersatz hinaus, weil es dem Geschädigten auch noch etwas für die Genugtuung zukommen lässt.

Schmerzensgeld Höhe

Im Vergleich zu anderen Ländern, vor allem zu den USA, sind die Schmerzensgeldsätze in Deutschland nicht besonders hoch. Sie richten sich nach Präzedenzurteilen beziehungsweise nach einschlägigen Listen. So wird zum Beispiel eine Tabelle des ADACs gerne zur Schmerzensgeldermittlung herangezogen. Eine der häufigsten Verletzungen, die

Kieferbruch Schmerzensgeldforderungen

nach sich ziehen, ist das sogenannte Schleudertrauma, das schon bei leichteren Verkehrsunfällen eintreten kann. Hier wird häufig ein Schmerzensgeld von etwa 600 Euro zugesprochen.

Allerdings scheint die Tendenz in Deutschland auch nach oben zu gehen, denn die Versicherungsgesellschaften empfehlen inzwischen, einen Vergleich anzustreben um eine gerichtliche Auseinandersetzung zu vermeiden. Das mag auch daran liegen, dass es immer wieder Geschädigte gibt, die ihr Glück in den USA versuchen, weil es beim Schädiger irgendeine Beziehung in die Staaten gibt, zum Beispiel eine Versicherung.

Verletzung des Persönlichkeitsrecht

Der Bereich „Schmerzensgeld“ hat in den vergangenen Jahren eine immer größere Ausweitung erfahren. Dies betrifft vor allem Verletzungen des Persönlichkeitsrechtes. Insbesondere der Fall der monegassischen Prinzessin Caroline hat für großes Aufsehen gesorgt. Ihr Anwalt Matthias Prinz erstritt für sie beziehungsweise ihre Tochter Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe, weil ein deutscher Verlag Paparazzi-Fotos von ihr und ihrer Tochter veröffentlicht hatte.

Solch spektakuläre Fälle betreffen den normalen Bürger hingegen kaum. In den allermeisten Fällen von Schmerzensgeld handelt es sich um Verkehrsunfälle. Doch auch im Bereich Tourismus kommt es vermehrt zu Auseinandersetzungen um Schmerzensgeldansprüche. Dabei geht es nicht nur um Minderung des Reisepreises. Wenn der Zweck des Urlaubs, also die Erholung, nicht erfüllt werden kann, dann kann möglicherweise auch eine Forderung nach Schmerzensgeld im Raum stehen. Doch auch, wenn der Katalog für Schmerzensgeldforderungen inzwischen etwas dicker geworden ist, entscheiden in letzter Konsequenz doch immer die Richter. Da in diesem Fall ein Streitwert angegeben werden muss, kann eine unberechtigte Forderung nach Schadensersatz ziemlich teuer kommen. Daher gilt es, eine Forderung nach Schmerzensgeld schon vor der Klage möglichst gut abzuwägen.

Schmerzengsgeld