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Reiserecht

Reisemängel geltend machen

Eigentlich sollte man im günstigsten Fall davon ausgehen, dass man nach einem Urlaub, sich nicht auch noch mit dem Reiseveranstalter ärgern zu müssen. Leider ist dies nach einer durchgeführten Studie des ADAC leider öfter der Fall, als gedacht.

Es gibt eben nicht immer nur Positives nach einem Urlaub zu berichten und deshalb sollten die Verbraucher vom Reiserecht Gebrauch machen und sich im Vorfeld schon genau informieren, wie die Reisemängel, wenn dann vorhanden, richtig anzuzeigen sind.

Hierzu sollte man auch Beweismittel wie Fotos, Zeugenaussagen usw. sammeln.

Unterschiede zwischen Pauschalreisen und Individualreisen

Das Reiserecht unterscheidet hier durchaus aber zwischen den sogenannten Pauschalreisen und den Individualreisen. Die Pauschalreise umfasst in der Regel das Leistungspaket, welches immer aus der Anreise, den Übernachtungskosten und den Verpflegungskosten oder aber aus anderen Reiseleistungen bestehen sollte. Alle diese Leistungen müssen vom Reiseveranstalter in gebündelter Form vororganisiert sein und zu dem sogenannten Einheitspreis dem Kunden angeboten werden. Bei den Individualreisen besteht hier der Unterschied, dass der reisende vor der Reise mit dem Hotel- und Verkehrsunternehmen sogenannte Beherbergungsverträge und Beförderungsverträge abgeschlossen hat.

Für die Pauschalreisen gelten aber die Rechte eines Reisevertrages, diese sind wiederum im BGB Paragraph 65 1 a festgelegt und die Reiseveranstalter haben sich strikt daran zu halten, wenn nicht, handeln sie gesetzeswidrig. Das beinhaltet auch, dass hier die Leistungsträger nur als sogenannte Erfüllungsgehilfen des Reiseveranstalters zu verstehen sind und auch so funktionieren. Der Reiseveranstalter ist in diesem Fall der einzige Anspruchsgegner des Urlaubers. Dies gilt für alle anfallenden Schadensersatzansprüche ebenso wie für eventuelle Reisemängel.

Der Reisende, der sich zu einer Individualreise entschlossen hat, muss seine Ansprüche bei dem Vertragspartner direkt durchsetzen. Hier kann es aber zu enormen Problemen kommen, wenn die Buchung im Reiseland erfolgt ist. Hier gelten die gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Reiselandes und die müssen nicht mit den deutschen Gesetzten konform gehen. Die rechtliche Stellung des Reisebüros, in dem die Reise einst gebucht worden ist, die, dass das Reisebüro nur als sogenannter Vermittler zwischen den beiden Parteien auftreten kann. Es würde nur zu Haftungszwecken herangezogen werden können, wenn durch dessen Schuld zum Beispiel Fehlbuchungen für Flüge nachzuweisen sind. Es sind niemals

Minderungsansprüche Minderungsansprüche

gegen das Reisebüro zu richten, sondern immer nur an den Reiseveranstalter.

Möglichkeiten des Reiserücktrittes

Nun stellt sich auch oft die Frage nach einem Rücktritt und zwar nach einem kostenlosen Rücktritt. Ist das überhaupt möglich und wenn, wie funktioniert es. Sicherlich haben Kunden laut Reiserecht die Möglichkeit von einer gebuchten Reise zurückzutreten. Jedoch kann der Veranstalter einer Reise in dem bestimmten Fall eine sogenannte Entschädigung verlangen, dabei gilt die zulässige Stornogebühr. Diese Stornogebühr kann nicht willkürlich erhoben werden, sie muss in dem Geschäftsgebaren des Veranstalters genau festgehalten sein. Hierbei spricht man von dem gewährten Rücktritt gegen Storno.

Aber es gibt durchaus die Möglichkeit des kostenlosen Rücktrittes einer gebuchten Reise. Die Veranstalter gewähren diese aber nur, wenn ein Kündigungsgrund wegen bestehenden Reisemangels vorhanden ist und hier auch keine schnelle Behebung des Mangels möglich ist. Dies ist auch ganz klar im Bürgerlichen Gesetzbuch im Paragraph 651 e festgehalten. Weiterhin wird keine Stornoentschädigung vom Reisenden verlangt, wenn eine grundlegende und ausreichende Leistungsänderung oder eine unzulässige Reiserhöhung als Rücktrittsgrund feststeht. Auch kann eine Reise sofort abgebrochen werden, ohne Stornoentschädigung, wenn man sich ungewollt in Kriegswirren aufhält. Dies gilt wiederum auch nur, wenn nicht vor Antritt der Reise nicht ausreichend vom Reiseveranstalter auf dieses Problem hingewiesen worden ist.

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