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Medizinrecht

Das Medizinrecht umfasst nicht nur die Rechtbeziehung zwischen Arzt und Patient, sondern auch die rechtliche Regelung zur Ausübung des Arztberufes, das Sozialversicherungsrecht, Approbationsordnung, die Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte, sowie spezifische Regelungen und Richtlinien für Mediziner, wie zum Beispiel die Röntgenordnung.

Haftung bei Behandlungsfehlern

Kaum ein Arzt kann sich davon freisprechen, in seinem Berufsleben, nie einen Fehler gemacht zu haben. Immer wieder kommt es zu Rechtsstreitigkeiten darüber, ob es zu einem Behandlungsfehler auf Seiten des Arztes gekommen ist und ob der Arzt für diesen "Kunstfehler" haftbar gemacht werden kann und ob dem Patienten ein Schmerzensgeld oder ein Schadenersatz zusteht oder nicht. In der Regel sieht das Medizinrecht vor, das ein Arzt dem bei einer Operation, medizinischen Behandlung oder einer Therapie ein fahrlässiger Fehler unterlaufen ist, der zum Nachteil eines Patienten geführt hat, für diesen Fehler haftbar gemacht wird. Das heißt dass der behandelnde Arzt oder das Krankenhaus für diesen Fehler zur Rechenschaft gezogen werden können.

Beispiele

Ein Beispiel: Ein Gynäkologe erkennt während der Schwangerschaftsvorsorge zu spät, dass das Kind behindert ist. Die werdende Mutter ist bereits in der 30. Schwangerschaftswoche und für eine Abtreibung ist es zu spät. Das Kind kommt mit schwersten multiplen Behinderungen zu Welt. Die Eltern verklagen daraufhin den behandelnden Arzt und bekommen auf dem Zivilrechtlichen Weg lebenslängliche Unterhaltskosten für ihr Kind zugesprochen. Der Arzt hätte im Rahmen seiner diagnostischen Möglichkeiten die Behinderungen des Kindes erkennen müssen. So das Urteil der Richter.

Ein anderes Beispiel: Nach einer Brustkrebsoperation verordnete der Arzt seiner Patientin eine Strahlentherapie. Diese Therapie wurde nicht mit der neusten Computertechnik durchgeführt und die Patientin bekam infolgedessen Hautentzündungen und ihr Knochengewebe wurde so porös, das einzelne Rippen brachen. Sie verklagte den Arzt und verlor den Prozess nach dem geltenden Medizinrecht. In der Urteilsbegründung hieß es: Auch bei einer vermeintlich überholten medizinischen Technik hat der Patient nicht automatisch einen Anspruch auf Schmerzensgeld. Außerdem könnte es, so die Meinung der gehörten Gutachter, im Rahmen einer Strahlentherapie bei Brustkrebsbehandlungen durchaus zu Knochenbrüchen im Brustraum kommen. Außerdem gehöre eine moderne Computertechnik nicht zum Standardprogramm einer Strahlenbehandlung.

Langdauernde Gerichtsprozesse

Viele Patienten scheuen nach einem Ärztefehler den Gang vor Gericht, weil gerade in der medizinischen Rechtssprechung Prozesse oft über Jahre hinweg dauern können.
An einer Klinik übersahen die Ärzte bei einem jungen Mädchen einen bösartigen Tumor im Rückenbereich, der zu einer irreparablen Lähmung führte. Der weitere Lebensweg des Kindes war damit schwer eingeschränkt. Ärzte und Klinik erreichten durch immer neue Eingaben, Gutachter und Berufungen dass sich der Prozess über Jahre hinzog.

Schließlich sprachen die Richter eines Oberlandesgerichts der Patientin eine Schmerzensgeld in sechsstelliger Höhe und eine lebenslange Rente zu. Sie verurteilten nicht nur die grobe Fahrlässigkeit der Ärzte sondern auch, den für die Patientin langen und qualvollen Weg durch alle Instanzen und das jahrlange "Hinhalten".

Erst seit 1994 gibt es die Sparte Fachanwalt für Medizinrecht.

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