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Handelsrecht

Der Begriff Handelsrecht bezeichnet das Sonderprivatrecht der Kaufleute. Es gehört zum Gebiet des privaten Zivilrechts, auch wenn in ihm auch öffentlich-rechtliche Maßstäbe enthalten sind. Damit das überhaupt angewandt werden kann muss eine der beiden am Geschäft beteiligten Parteien die Eigenschaft eines Kaufmanns innehaben.

Im Verständnis des Handelsgesetzbuches ist ein Kaufmann, wer ein Handelsgewerbe betreibt. Oder aber aus Rechtsgründen im Handelsgesetzbuch (HGB) in §§ 2 ff. den Kaufleuten zugeordnet wird.

Allerdings ist das Handelsrecht kein unabhängiges Recht, sondern ist immer noch dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) untergeordnet. So enthält es Vorschriften, die ergänzend zu den allgemeinen Vorschriften des BGB zu betrachten sind. Das Handelsrecht wurde geschaffen, um den besonderen Bedürfnissen der Kaufleute Rechnung zu tragen, und gilt für diese subsidiär.

Besondere Rechte für Kaufleute

Insbesondere werden im HGB folgende besonderen Rechte der Kaufleute im Rechtverkehr Rechnung getragen:

Fasst man das Handelsrecht im weitesten Sinne, wo werden auch noch sogenannte Nebengesetze hinzugezählt. Dazu gehören dann Wechselgesetz, gewerbliche Rechtsschutz, Gesellschaftsrecht und das Scheckgesetz. Jedoch sind die in Deutschland geltenden für das Handelsrecht maßgeblichen Paragrafen, fast ausnahmslos im HGB vertreten.

Das Handelsrecht als gesetzliche Verpflichtung und als maßgebliche Regelung für alle Kaufleute, geht bei uns in Deutschland auf die städtischen Rechte von Handelsmetropolen zurück. Dazu zählen insbesondere die freien Reichsstädte aber natürlich auch die Hansestädte. Die Geschichte der Handelsbräuche, auf denen die heutige Gesetzgebung fußt, reicht natürlich deutlich weiter zurück.

Allgemeines Deutsches Handelsgesetzbuch

Erstmalig vom Gesetzgeber beschlossen wurde das Handelsrecht erstmals im Jahre 1861 für alle deutschen Staaten, als Allgemeines Deutsches Handelsgesetzbuch (ADHBG) gültig. Danach wurde es oft überarbeitet und wurde im Jahre 1897 vom auch heute noch erhaltenen HGB abgelöst. Welches zusammen mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch im Januar 1900 in Kraft trat.

Für alle Kaufleute, die in Europa Handel treiben ist, es wichtig zu wissen, dass nicht automatisch in allen Staaten der EU das gleiche Handelsrecht gilt. So ist etwa in Österreich ein anderes Handelsrecht gültig im Gesetz verankert. Dieses ist zwar stark am HGB orientiert, darum sind einige handelsrechtlichen Bestimmungen nicht ganz mit dem deutschen Handelsrecht vereinbar. Wichtig ist hierbei auch, welche Absprachen die Kaufleute untereinander getroffen haben. So kann es günstig sein bereits im Vertrag, den man mit dem Handelspartner schließt, festzulegen, welches Handelsrecht für den vereinbarten Handel gelten soll.

Interessant ist auch, dass einige Staaten gar kein gesondertes Handelsrecht im Gesetz vereinbart haben. Hierzu zählt beispielsweise die Schweiz, die den Handel weitestgehend im schweizerischen Zivilgesetzbuch regelt.

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