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Erbrecht

Das Erbrecht wird in Deutschland durch das Bürgerliche Gesetzbuch geregelt. Es geht dabei um das Recht eines Erblassers über sein Vermögen zu verfügen. Dieses Recht ist durch Normen bestimmt, die eine gewisse Form für Testamente festlegen. Das Erbrecht wird aber auch dadurch für den Erblasser eingeschränkt, dass es für ihn gewisse Schranken in der inhaltlichen Gestaltungsmöglichkeit des Testaments gibt.

Notarielles oder selbsterstelltes Testament ?

Zunächst zu den Formvorschriften. Das Erbrecht legt fest, dass der Erblasser sein Testament bei einem Notar hinterlegen kann. Falls er es von einem Notar verfassen lässt, dann sind damit nicht unerhebliche Kosten verbunden. Er kann das Testament aber auch selbst verfassen. Hierbei muss er aber beachten, dass er das ganze Testament handschriftlich anfertigt und mit Datum und voller Unterschrift versieht.

Ein Testament, das auf einer Schreibmaschine getippt wurde und anschließend unterschrieben wurde, ist also genau so zu bewerten wie ein gar nicht geschriebenes Testament. Hier würde nach Erbrecht dann die gesetzliche Regelung greifen. Liegt kein wirksam erstelltes Testament vor, dann gilt für das Erbrecht die gesetzliche Regelung des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Das komplette Erbe fällt dann zu gewissen Teilen an nächsten Verwandten.

Abstufung nach Verwandten-Grad

Stufe Verwandtschaftsgrad
1 Kinder
2 Eltern und deren Kinder
3 Großeltern und deren Abkömmlinge
4 Ur-Großeltern und deren Abkömmlinge
5 Restliche Verwandtschaft

Es erben nur die Verwandten, die in der niedrigsten Stufe vorhanden sind und diese teilen sich das Erbe in etwa zu gleichen Teilen auf. Ausnahmen hiervon gibt es in der ersten und zweiten Stufe, die noch zusätzliche Varianten in der Aufteilung vorsieht. In der Praxis führt diese Aufteilung immer zu erheblichen Problemen, deshalb ist jedem zukünftigem Erblasser anzuraten, selbst das Erbe aufzuteilen, wenn er denn will, dass es keinen Ärger gibt.

Gesetzlich geregelte Pflichtteile

Der Erblasser muss aber zur Einhaltung der Regeln im Erbrecht beachten, dass er nicht die Pflichtteile anders als vom Gesetzgeber vorgesehen verteilt, denn sonst macht er sein Testament anfällig gegen Anfechtungen und das schöne Konstrukt wird einer juristischen Prüfung im Erbrecht nicht standhalten und daher hinfällig werden.

Dieses Pflichtteil macht die Hälfte des Erbes aus. Pflichtteilsansprüche können kommen von Kindern (auch außerehelichen und adoptierten) oder sonstigen Abkömmlingen, den Eltern, dem Ehegatten oder Lebenspartner. Auch hier ist zur Bestimmung der jeweiligen Ansprüche das Vorgehen gemäß Stufenregelung wie oben ausgeführt anzuwenden.

Viele Eheleute wollen für den Todesfall eines Partners sicherstellen, dass der jeweils andere zunächst die volle Verfügung über das gesamte Vermögen erhält. Wie schon aus den bisherigen Ausführungen deutlich wurde, ist es nicht möglich, einfach sich wechselseitig als alleinigen Erben einzusetzen. Denn dann wäre das Testament wegen Verletzung der Pflichtteilregelung im Erbrecht fehlerhaft.

Beispielformulierung im gemeinsamen Testament für Ehepartner

"...Im Falle eines Todesfalles eines Partners, erbt der andere Partner das gesamte Vermögen. Macht ein weiterer Anspruchsberechtigter sein Pflichtteil geltend, so wird ihm dies in der Weise zur Verfügung gestellt, die der lebende Partner als Gestaltungsmöglichkeit hat. Vor jeder weiteren Erbfolge (auch nach dem Tod des zweiten Partners) bleibt dieser Anspruchsberechtigte aber dauerhaft ausgeschlossen..."

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